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Der Oberste Gerichtshof bestätigte die stattgebende Entscheidung des Berufungsgerichts über Beckenbauer spielte wegen einer Schulterverletzung mit dem Arm in der Schlinge.

Inhaltsverzeichnis


Als der jährige Matthes in Mexiko City erstmals bei einem internationalen Championat startete und auf Anhieb beide Rückenstrecken gewann, stimmte der geschlagene Meter-Rücken-Dritte Ronald Mills einen Lobgesang auf den Doppelolympiasieger an, der das Kunststück vier Jahre später wiederholte. Vier Gold-, zwei Silber-, zwei Bronzeplaketten gewann er bei den drei Olympischen Spielen von bis — unerreicht!

Dazu kamen 21 Weltrekorde, der erste am Ehrungen, die Matthes gerne, aber auch ein wenig verlegen annahm. Stolz ist er darauf schon, warum auch nicht? Die Erfolge, auf denen sie basieren, hat er hart und zielstrebig erarbeitet. Und dabei mit Marlies Grohe eine Trainerin an seiner Seite gehabt, die ihn quasi unmerklich am Zügel führte.

Er verdanke ihr vieles, ja, fast alles, sagt er. Das waren die messbaren Voraussetzungen. Nur, ohne das Glück, einer solchen Trainerin zu begegnen, hätte das nichts genutzt. Aber Grohe wusste genau, wann sie wo ansetzen musste. März , als der sensible Schlaks jährig B-Jugendrekord schwamm, bis zum Dass er die Laufbahn nach München fortsetzte, obwohl er eigentlich aufhören wollte, war weniger auf eigene Unentschiedenheit, als auf den mitunter gar nicht mehr sanften Druck der Funktionäre zurückzuführen.

Diesem Anspruch wollte Matthes genügen, er verpflichtete sich zum Nachfragen und Nachdenken. Wenn ich etwas nicht will, und jemand versucht, mich in diese Richtung zu drängen, dann läuft erst recht nichts. Erstaunlich, wie wenig über eine Persönlichkeit wie seine geschrieben und gedreht wurde.

Ein Modellbeispiel für das, was wir heute die duale Karriere nennen. Noch während der Laufbahn hatte er ein Sportlehrer-Studium an Leipzigs Deutscher Hochschule für Körperkultur begonnen, abgeschlossen.

Er brachte die Beine in der Amplitude 90 Zentimeter auseinander, die Konkurrenz tat sich mit der Hälfte schwer. Mit dem Sportlehrer-Diplom hätte er Trainer werden können, aber er meinte, dort seine Ideen nicht kreativ umsetzen zu können. Stattdessen nahm er ein Medizinstudium auf, das er ebenfalls erfolgreich beendete.

Er wurde Arzt, spezialisierte sich zum Orthopäden mit Kompetenz und internationaler Reputation. Die Traum- und Vorzeige-Ehe, die es sein sollte, hielt nur vier Jahre. Die Ächtung, die stattfand, hat Matthes dennoch nicht zu Nachwende-Abrechnungen mit dem System veranlasst, das im Spätherbst von seinen Bürgern wegdemonstriert wurde. Gute Talentförderung, fundierte Ausbildung, wissenschaftliche Trainingsbegleitung da.

Er arbeitete zwei Jahre als Arzt am Olympiastützpunkt in Tauberbischofsheim, übernahm er in Marktheidenfeld bei Würzburg eine eigene orthopädische Praxis. Vor seiner Tür steht kein Rolls Royce, ein Wunderkind ist er immer noch nicht. Einen Monat später lief er am 4. Der zweifache Olympiasieger wechselte in eine Profiliga, gewann dort alle zehn Veranstaltungen. Nach der sportlichen Laufbahn machte er auch beruflich Karriere: Sprintstar auf dem Eis Davos im Januar Auf dem spiegelnden Eisoval dreht Erhard Keller seine Trainingsrunden.

Er ist in den Meter hoch gelegenen Ort gekommen, um sich den Meter-Weltrekord zurückzuholen, den der Finne Leo Linkovesi wenige Tage zuvor an gleicher Stelle auf 38,0 Sekunden gedrückt hat. Zwei Stunden vor dem Rennen spricht eine vermögende Deutsche den smarten Eisschnellläufer an und lädt ihn für den Abend zu einem Essen ein.

Enttäuscht verlässt Erhard Keller sofort Davos. Selbst die Aussicht auf einen netten Abend mit der schönen Blonden konnte ihn nicht halten. Sie musste alleine essen. Dezember schon in die Wiege gelegt worden zu sein. Mit drei Jahren drehte er seine ersten Runden auf einem gefrorenen Weiher in seiner Heimatstadt Günzburg.

Da wir damals wenig Geld hatten, hat sie meine Sportgeräte eben gegen Butter getauscht. Die Familie zog in ein Haus nach Trudering. Erhard bekam eine Jahreskarte und drehte mit Eishockey-Schlittschuhen nach der Volksschule immer seine Runden im Prinzregenten-Stadion. So schnell wie die bist du auch.

Ein zusätzliches Taschengeld verdiente er sich auf der Baustelle als Drahtflechter. Dort legte er das Abitur ab. Den verbesserte er am Januar in Inzell auf 39,2.

Während die Konkurrenz die dritte Startgruppe wählte das war damals noch möglich , startete er in der ersten. Er blieb zwar 1,1 Sekunden über seinem Weltrekord, da das Eis aber immer schlechter wurde, reichte die Zeit für Gold.

Die Freude war nur kurz. Beim Skifahren in St. Moritz brach sich Erhard Keller das Bein. Sechs Monate dauerte es bis die Knochen endlich zusammengewachsen waren. Doch da machte sich zum ersten Mal das Medizin-Studium, das Keller in München begonnen hatte, bezahlt. Zwei Jahre folgten mit mehr oder weniger Erfolg. Bis im vorolympischen Winter der neue Bundestrainer Herbert Höfl die Technik umstellte und sich die Siege wieder einstellten: Mit dem neuen Weltrekord von 38,3 Sekunden startete Keller am 2.

Dem Eis blieb er treu. Keller stieg in die Profi-Liga ein, gewann alle zehn Rennen über Meter und kassierte jeweils Die Erfolge von früher würden ihm heute Millionen bringen.

Aber Keller jammert nicht. Vor der Heimfahrt stand dann plötzlich ein Blumenhändler da und bot zwischen Keller möchte mit den heutigen Profis gar nicht tauschen: März in Inzell. Herbert Jung, Mai Literatur zu Dr. In allen drei alpinen Skiwettbewerben einer Winter-Olympiade eine Medaille, darunter zwei goldene in Abfahrt und Slalom — keine andere alpine Skiläuferin hatte dies vor erreicht. Doch nicht allein der sportliche Erfolg stempelt Rosi Mittermaier-Neureuther, seit mit dem ehemaligen Skirennläufer Christian Neureuther verheiratet, zum Idol.

Vielmehr zeichnen dafür auch das Charisma ihrer Gesamtpersönlichkeit und das von gesellschaftlichem Engagement gekennzeichnete Leben nach der Karriere verantwortlich. Mittermaier-Neureuther widmet sich intensiv dem Charity-Gedanken. Februar , an dem die Hotelgehilfin Rosi Mittermaier aus Reit im Winkl bei den Olympischen Winterspielen zur eigenen Überraschung auf Skiern eine halbe Sekunde schneller als die nächst beste Konkurrentin einen Berg in Tirol herunterfährt.

Und nach dieser 1 Minute und 46,16 Sekunden ist dann nichts mehr so wie es vorher war. Nicht für Rosi Mittermaier, die nun auf dem Siegespodest ohne Vorwarnung eine Rumba zu tanzen beginnt.

Doch das sollte erst der Anfang sein. Denn auf den Erfolg im Abfahrtslauf folgt nach dem 8. Februar noch ein Sieg im Spezialslalom und am Februar der zweite Platz im Riesenslalom: Das mit der Sympathie ist noch heute so, mehr als 30 Jahre danach. Rosi Mittermaier gehört längst zu den Volkshelden, die den Menschen und damit dem Volk einen gewissen Stolz auf ihre Nation gaben oder geben.

Dazu passt auch eine Deutung von Dr. Sie finden sie unter den Menschen im Showgeschäft und im Sport. Da gibt es ganz wunderbare Leute. Es ist dies ein prächtiger Bau im alpenländischen Stil, mit Geschmack liebevoll eingerichtet, darunter alte Malereien und wertvolle Antiquitäten.

Im zarten Licht eines Strahlers plätschert leise ein Springbrunnen. Und majestätisch, im verglühenden Rot der Abendsonne, reckt sich die fast 3. Wer hier zu Hause ist, der hat ein Stück Paradies auf Erden. Noch immer nimmt man Rosi ab, das zu meinen, was sie sagt.

Als adele sie den Ruhm mit der Leichtigkeit ihres Seins. Ganz wenige erreichen diesen Bekanntheitsgrad, der ihr noch heute Schulterklopfen und Händeschütteln, Bittbriefe und Anteilnahme einbringt. Rosi Mittermaier hat es verstanden, nach dem Ende der Karriere diese allgemeine Beliebtheit zu nutzen — nie aber stand sie dabei unter dem Verdacht, sich verkauft zu haben. Hier berührt es sie, dass allein in Deutschland Optimismus, sagt die Strahlefrau, gehörte zur Philosophie ihrer Eltern.

Das Negative habe man im Leben der Familie immer gleich rausgestrichen. Und wenn sie gerade nicht geschienen habe, so sei das ein sicherer Beweis dafür gewesen, dass sie es bald wieder tun werde! Sie gelten als Musterpaar und haben auch keine Scheu, sich als solches zu präsentieren.

Wir bemühen uns, Tugenden und Werte in Ehren zu halten, die auch in schnelllebigen Zeiten unserer Gesellschaft nicht überholt, sondern immer und zeitlos gültig sind. Und zieht einen Vergleich mit Rosi: Ihm habe es immer am meisten gewurmt, wenn einer aus der eigenen Mannschaft vor ihm platziert gewesen sei — anders bei der Rosi, die sich damals in Innsbruck weithin sichtbar über den tollen ersten Slalomdurchgang ihrer Landsfrau Pamela Behr freute, obwohl gerade sie das zweite Gold für Rosi extrem gefährdete.

Und dass sie sich deshalb nicht richtig habe ärgern können, wenn einmal eine andere vor ihr ins Ziel kam. So sei sie einfach nicht erzogen worden. Wenn sie in einem Rennen stürze, das hätten die Eltern ihr ständig eingeschärft, dann müsse sie sogleich wieder aufstehen. Schon deshalb, damit sie daheim am Fernseher erkennen können, dass der Tochter nichts passiert sei. Wenn Rosi Mittermaier heute für diese oder andere Aktionen eine Unterschrift leistet, dann fällt ihr gradliniger Namenszug auf.

Dieser sieht dann noch immer so aus wie ihr Autogramm von damals, vom 8. Februar in Innsbruck. Erfolge haben ihr Leben verändert, nicht aber ihre Persönlichkeit.

Gold-Rosi, Skikönigin von Innsbruck. Würzburg Leo Frei: Mit zwei Goldmedaillen im Pferdsprung und am Stufenbarren ist sie die einzige deutsche Doppel-Olympiasiegerin im Turnen. Anfang trat sie vom Hochleistungssport zurück, studierte Medizin, promovierte und habilitierte sich zum Thema des künstlichen Bandscheibenersatzes.

Dafür erhielt sie den Nationalpreis 3. Die gegründete Büttner-Janz Spinefoundation fördert den Wissenserwerb zur menschlichen Wirbelsäule. Sie gewann Gold am Stufenbarren und im Sprung. Im Achtkampf mit der Mannschaft der DDR und im Achtkampf-Einzelwettbewerb holte sie jeweils die Silbermedaille, für ihre Übung am Schwebebalken bekam sie Bronze; die Bodenübung brachte ihr Platz vier, obwohl sie drei Wochen vor den Spielen bei der Landung vom Pferdsprung umgeknickt war und in München verletzt turnte.

Eigentlich hätte sie wohl auch noch den Mehrkampf gewinnen und ihre Mannschaft zum Olympiasieg führen sollen. Kein deutscher Athlet war erfolgreicher als die zwanzigjährige Karin Janz. Aufgewachsen im Flachland, beherrscht sie alpines Skifahren allein dadurch, dass sie anderen zugeschaut hat und es ausprobierte. Ihren Abschlag beim Golf verbessert sie dadurch, dass sie Aufnahmen der Meister studiert.

Doch sie hat sich offenbar eine unbändige Lust am Schwung bewahrt. Beim Golf ist es ähnlich. Kaum hatte sie die Platzreife erworben, realisierte sie, was die Lehrer versäumt hatten ihr beizubringen. Vier Titel hatte sie bei der Europameisterschaft drei Jahre vor ihren Olympiasiegen gewonnen, im Jahr darauf, , war sie bei der Weltmeisterschaft zwei Mal Zweite und Erste am Stufenbarren geworden.

Ein Salto am Stufenbarren erhielt ihren Namen; er ist nur eine von fünf Übungen, die sie zuerst zeigte. Schon als Zwanzigjährige schien die junge Frau zu wissen, was sie heute so formuliert: Die Schule schafft diese Basis.

Dort lebt Karin Büttner-Janz, man hat den Eindruck: Ehrgeiz, Einfallsreichtum und Erfolge bestimmten auch ihren Weg als Medizinerin. Sie ist keine, die sich in täglicher Praxis und Routine einrichtet. Karin Büttner-Janz versteht auch Wissenschaft als Wettkampf. Lange bevor die Mauer fiel, war die Erfindung in einem Hamburger Unternehmen für den internationalen Markt weiterentwickelt worden.

Als die Food and Drug Administration der Vereinigten Staaten die künstliche Bandscheibe zulässt, das erste Bewegungsimplantat für die Wirbelsäule auf dem amerikanischen Markt, ist das so etwas wie ein Olympiasieg in der Wissenschaft.

Das Hamburger Unternehmen verkauft die Rechte an dem kleinen Teil aus Kunststoff und Metall für einen dreistelligen Millionenbetrag nach Übersee — und Karin Büttner-Janz muss erleben, dass sie nicht beteiligt wird. Sie stürzt sich in die Arbeit. Wie vor vierzig Jahren ihre Turnübungen, wie heute ihren Golfschwung, werden auch die optimalen Bewegungsabläufe für das Implantat am Bildschirm entwickelt.

Vielen zigtausenden Patienten ist die künstliche Bandscheibe bereits eingesetzt worden; der Markt für diese Wirbelsäulenimplantate ist stark gewachsen. Schon immer haben Patienten sie erkannt und auf die Olympiasiege von angesprochen. Es ist ein gutes Gefühl, dazugehören zu dürfen. Doch so begeistert sie von den Leistungen war, so kritisch sieht sie die Tendenz zur Professionalisierung mit zeitlich sehr einseitiger Ausrichtung auf den Sport. Lexikon Sportler in der DDR. Klaus Wolfermann, der bei Europameisterschaften Sechster und Fünfter war und zwischen und sechsmal nacheinander Deutscher Meister, plagten später Armprobleme.

Wolfermann engagiert sich vielfältig für soziale Zwecke. Zu derlei schier ans Despektierliche grenzenden Vergleichen ist es hernach nicht mehr gekommen. Die Verneigungen vor dem Namen Wolfermann haben bis heute eine Tiefe, der Respekt vor seinem Lebenswerk einen Umfang, wie sie nur wenigen Olympiasiegern von zuteil geworden sind.

Ein Satz, der aus einer Laudatio auf den früheren Speerwerfer stammen könnte. Manchmal wundert er sich selbst ein wenig, als wie widerstandsfähig sich seine immer noch hohe öffentliche Wertstellung in dieser schnelllebigen Zeit erweist.

Nicht bei der Erziehung durch das Elternhaus: Schon vier Jahre nach dem Olympiasieg und zwei Jahre vor dem Ende der Sportlerlaufbahn - erst als Turner und Handballer, bevor der dann Jährige sich der Leichtathletik verschrieb — erkannte er den Profit, den ihm der Sport hinterlassen hatte: Das war ihm damals wichtiger als der materielle Vorteil, den er im Zeitlauf freilich durchaus schätzen lernte.

So sagt er, des wirtschaftlichen Aspekts wegen wäre er schon gern erst in der heutigen Zeit Olympiasieger geworden. Das Erlebnis allein sei, wohlgemerkt, durch nichts aufzuwiegen: Selten wurde etwas dem Zufall überlassen, auch im Beruf nicht. Ausbildung in Nürnberg zum Werkzeugmacher, Sportlehrer-Studium in München, Übungsleiter im oberbayerischen Gendorf, Sportmanagement erst in Herzogenaurach, später in der eigenen Agentur mit Sitz im voralpenländischen Penzberg.

Typisch Wolfermann auch der Sinnspruch seines Lebens: Ohne Disziplin keine Leistung. Von Schwächen spricht er nicht. Wolfermann schrieb die Titelverteidigung ab, ein bis heute nur wenigen Menschen bekanntes Angebot des Nationalen Olympischen Komitees von Willi Daume, der Kerle wie Wolfermann mochte, mitzufliegen nach Kanada, lehnte er ab.

Er hätte dort an den Start gehen und ein erneutes Aufbrechen der Verletzung vortäuschen sollen, um dann aufzuhören.

Derlei widersprach seiner Vorstellung von Fairplay. Risikobereitschaft hatte er eben nicht im Repertoire. Den Speer deshalb für immer in die Ecke zu stellen, kam nicht in Frage, nicht für einen wie Wolfermann.

Schluss war erst Sidlo zu dem Deutschen: Bist ein guter, aber irgendwie doch kein richtiger Speerwerfer. Dass ihn solche Frotzeleien herausforderten, bedarf keiner Betonung. Als er selbst den Weltrekord 94,08 m eroberte, steckte der Speer zehneinhalb Meter jenseits der Sidlo-Marke. Leuchtet man den Hintergrund seiner Erfolge weiter aus, zeigen sich dort vier Personen, die gleichsam den Steigbügel gehalten respektive das Unternehmen Speerwurf auf Betriebstemperatur gebracht haben.

Da ist sein Vater, ein Schmied und Spitzenturner, der die Qualifikation für Olympia nur knapp verfehlte. Von ihm hat er das Sportler-Gen. Hör auf mit Handball! Rieder coachte Wolfermann zum Olympiasieg. Ehefrau Friederike Ehemann Klaus: Ohne sie geht nichts und ohne den Rest der Familie auch nichts.

Er schätzt die heimischen Rituale. Klaus Wolfermann hilft gern. Waren es früher die Kumpels aus der Sportlergilde, so sind es heute die Hilfsbedürftigsten der Gesellschaft, denen er Unterstützung zusagt: Kindern mit einem schweren Handicap. Dort, in der heilpädagogischen Tagesstätte für körperlich und mehrfach Behinderte, hat er schon als Jugendlicher erfahren können, wo Hilfe am notwendigsten ist. Und wieder vergisst er auch sein Elternhaus nicht.

Mit sechs olympischen Medaillen — dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze — ist Renate Stecher die erfolgreichste deutsche Leichtathletin. Renate Stecher war am 7. Per Hand wurden 10,9 Sekunden gestoppt. Die mehrfache Europameisterin stellte zwischen und zahlreiche Weltrekorde auf.

Nach dem Studium arbeitete sie als Sportlehrerin im Hochschuldienst, dann war sie im Studentenwerk Jena für die Studienfinanzierung zuständig. Viele meinen, Ost-Athleten würden falsch, ungerecht, zu streng bewertet, ihre Lebensleistung nicht genug gewürdigt. Renate Stecher, geborene Meissner, ist auch 35 Jahre nach Ende ihrer Laufbahn mit sechs Medaillen — dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze in München sowie in Montreal - den Rang als erfolgreichste deutsche Leichtathletin bei Olympischen Spielen nicht losgeworden.

Niemand hat sie übertrumpfen können. Ihre Karrierestationen sind eindrucksvoll: Von , dem Jahr ihrer Hochzeit mit dem Jenaer Hürdenläufer und späteren Trainer Gerd Stecher, bis war sie praktisch unbesiegbar. Geschwindigkeit erzielte sie über eine hohe Schrittfrequenz.

Sie war die erste Frau, die Meter in weniger als 11 Sekunden lief 10,9 am 7. Juni in Ostrau , und die erste Weltrekordlerin des Sprints in der Ära elektronischer Zeitmessung. Die Jenaerin stellte von bis siebzehn Weltrekorde auf.

Im selben Jahr nahm sie ein Sportwissenschaftsstudium auf, das sie abschloss. Bis arbeitete sie als Diplomsportlehrerin an der Jenaer Uni. Diese Stelle wurde nach der Wende aufgelöst, danach arbeitete sie beim Studentenwerk. Gerd Stecher und sie haben drei Töchter geboren , und — und inzwischen auch Enkel.

München waren mit Gold über und Meter ihre erfolgreichsten Spiele. Dass sie als Schlussläuferin der Sprintstaffel von Heide Rosendahl abgefangen wurde, trifft sie nur noch aus einem Grund: Diese Bilder tauchen bei allen Rückblicken und Jahrestagen wieder auf.

Viel mehr Worte wollte sie nicht machen. Als herausragende Sportlerin in den vergangenen zwanzig Jahren in einigen Teilen des Landes wenig be- und geachtet worden zu sein, hatte offenbar Wunden geschlagen. Wie hat sie wohl die Zeit erlebt? Es gibt wenige Aussagen von Renate Stecher dazu, man muss sich herleiten, wie es war nach der Vereinigung. Dann fragt man sich natürlich: Was bist du wert, was bist du nicht wert?

Du hast dich gequält, du hast hart gearbeitet, viel Training auf dich genommen, auf vieles verzichtet und deshalb einiges erreicht. Renate Stecher hat einmal gesagt, sie sei stolz auf die Leistungen gewesen, und sie habe das Gefühl gehabt, dass viele Menschen in der DDR diesen Stolz teilten. Wurde das im gemeinsamen deutschen Staat noch anerkannt?

Man ahnt, wie sie diese Frage, die auch auf Gerechtigkeit zielt, beantworten würde. Dass alle sportlichen Leistungen der DDR auf Doping reduziert wurden, hat sie — wie viele andere — erst misstrauisch und dann verschlossen gemacht. Es war nicht alles gut oder gar besser, früher, damals.

Man hat sich gegenseitig vorangetrieben. Es gab Aussteiger und solche wie sie, die einfach sportverrückt waren. Sie hatte die Reaktionsschnelligkeit, die man braucht, um eine gute Sprinterin werden zu können.

Sie ist 15 Jahre lang bei einem Trainer — Horst-Dieter Hille — geblieben und hat in dieser Zeit von der Pike auf gelernt, was man braucht, um erfolgreich sein zu können. Zum Talent kam die komplexe Entwicklung des Trainings. Belastungen steckte sie gut weg, sie hatte eine gute Basis und gehörte bald zu den Besten. Sie lief 11,2 bis 11,0 Sekunden, normale Zeiten, die heute überall gelaufen werden. Bis fiel sie auch durch ihre stabile Leistung auf, ohne Schwankungen in die eine oder andere Richtung.

Zu den offenen Fragen ihrer Laufbahn gehört dennoch das Thema Doping. Wer war alles betroffen, wer wusste davon? Niemals hat sich Renate Stecher bekannt oder beklagt. In ihrem Heim fällt auf, dass keine Sportfotos die Wände schmücken, Medaillen und Titel nicht zur Schau gestellt werden.

Sie habe früh gewusst, dass sie einmal eine Familie gründen und Kinder haben wolle, hat Renate Stecher einmal gesagt. Und so habe sie sich verhalten. Kinder, die vollgepumpt wurden; Trainer, die daneben standen und aufpassten, dass sie die Mittel einnahmen. All das mag zu ihrer aktiven Zeit geheim gewesen, beschlossen von Staats- und Sportführung. Doch längst sind die Unterlagen bekannt, die Schädigungen belegen, die zeigen, wie die DDR Menschen manipuliert und missbraucht hat, vor allem junge Menschen, die keinen Einfluss auf ihre Entwicklung hatten.

Die Gruppe löste sich auf, Ergebnisse wurden nicht erzielt. Aber es klingt die Resignation durch, dass offenbar gar nicht wirklich neue Erkenntnisse zum deutsch-deutschen Spitzensport erwünscht waren. Die einen Deutschen sollen nur dank Doping Medaillen gewonnen haben, und die anderen waren ganz sauber — dieses schiefe Bild hatte lange Bestand.

Inzwischen rücken Historiker-Kommissionen dies im Auftrag des deutschen Sports zurecht. Wer sich mit der Biographie der früheren Spitzenathletin beschäftigt, ihre Leistungen, aber auch ihre Lebensumstände kennen lernt, der begegnet einem schwierigen, manchmal quälenden Teil deutscher Geschichte, in dem Mahnung, aber auch Ermunterung stecken. Renate Stecher sollte Nachwuchsathleten couragiert und offen aus ihrer Karriere erzählen. Das wäre eindrucksvoller und wertvoller als jeder Rekord.

Im Gutachterausschuss der Sporthilfe wachte sie von bis über die Förderung deutscher Athleten. Beruflich brachte sie es bis zur Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Jugend, Familie und Sport.

Deutschlands vielseitigste Leichtathletin Ingrid Mickler-Becker ist eine der herausragenden deutschen Leicht- Athletinnen. Sie hat ihre Erfolge als virtuose Spezialistin, aber auch als vielseitige Könnerin errungen. Und das gilt nicht nur für die sportlichen Fähigkeiten, sondern auch für die beruflichen und ehrenamtlichen Leistungen der zweifachen Olympiasiegerin, zweifachen Europameisterin und elfmaligen Deutschen Meisterin. Der Aufstieg auf den Olymp ist der kleinen Ingrid nicht an der Wiege gesungen worden.

Das Kriegskind vom Jahrgang hat ihren Vater, der an der Front fiel, als sie zwei Jahre alt war, nicht bewusst kennen gelernt. So schwierig auch die Umstände der Nachkriegsjahre waren, schwärmt sie doch von einer glücklichen Kindheit. Der angesehene Anwalt und Notar schuf den gutbürgerlichen Rahmen, in dem seine Enkeltochter wohlbehütet aufwuchs.

Und er nahm auch in der persönlichen Zuwendung den Platz des Vaters ein. Die entscheidende Prägung für ihre nie versiegende Sportbegeisterung erhielt sie im Turnverein ihrer westfälischen Heimatstadt Geseke. Sie fürchtete auch von der Turnerei einen wenig mädchenhaften Einfluss auf ihre Tochter. Und sie wäre bestimmt eine gute Kunstturnerin geworden. Ihr leichtathletisches Talent fiel bei Bergfesten der Turner auf. Ein Jahr später wurde sie Deutsche Meisterin im Hochsprung.

Dank eines Missverständnisses stellte sie dabei einen deutschen Rekord auf. Sie meinte, als Siegeshöhe 1,67 Meter übersprungen zu haben. Doch gegen ihren Willen war die Latte auf 1,68 Meter gelegt worden. Das bedeutete eine neue Bestleistung.

Mit ihrer Begabung und Unbefangenheit schaffte sie damit überraschend den Sprung in die gesamtdeutsche Olympiamannschaft. Für ihren Start in Rom erhielt die Siebzehnjährige als jüngstes Mitglied des Teams eine Ausnahmegenehmigung und wurde Olympianeunte. Und sogar während meines Hochsprung-Wettbewerbs fotografierte ich alles, was sich um mich herum bewegte. Für Mexiko war ihr Ehrgeiz geweckt. Während des Hochsprungs im Fünfkampf, auf den sie sich nun als zweite Chance konzentrierte, prasselte tropischer Regen vom mexikanischen Himmel herab.

Nach ihrer Rückkehr feierten sie Bei allem Stolz auf ihre Ingrid halfen die Geseker ihr aber auch, dass sie nicht die Bodenhaftung verlor. Einmal glückte ihr sogar ein Satz auf ungefähr 7,20 Meter. Doch ein übereifriger Helfer löschte zu früh mit dem Rechen den Abdruck im Sand. Die Favoritin scheiterte in der Qualifikation des Weitsprungs. Vertrackte Rückenbeschwerden hatten sie im Training zurückgeworfen. Ich studiere nicht und bleibe lieber in Geseke.

Ich habe durch den Sport die Welt kennen gelernt und meinen Horizont ungeahnt erweitert. Ihr Studium Sport, Pädagogik, Soziologie und Psychologie schloss sie zwischen und mit drei Diplomen sowie einem Vordiplom ab und wurde für den besten Studienabschluss mit dem Kultusministerpreis ausgezeichnet. Zusätzlich war sie in der Schullaufbahnberatung tätig. Dort studierte sie noch einmal vier Semester Familiensoziologie an der University of Michigan.

Mittlerweile hat die frühere Leichtathletin, ohne von einem Pro geschult worden zu sein, ihr Handicap auf 9,5 verbessert.

Auch dieses Hobby sieht sie locker: Das ist ein lockerer Spaziergang. Aber durch die Spielidee hat Golf einen hohen Aufforderungscharakter. Ein Aufstieg, der für eine Athletin oder einen Athleten beispiellos war. Die Beamten staunten über ihre Sachkompetenz und fahndeten nach einem Einflüsterer im Ministerium. Was nicht bekannt war: Ich hatte zehn Jahre Verwaltungserfahrung auf dem Buckel, und ich konnte Haushaltspläne lesen.

Sie brauchte sich nicht um Funktionen zu bewerben, sie fielen ihr einfach zu. Die bundesdeutsche Mannschaft solidarisierte sich mit ihm und verzichtete, mit Ausnahme der Staffeln als Geste gegenüber den Gastgebern, auf einen Start. Wie sich zeigte, war der Boykott unter falschen Voraussetzungen zustande gekommen. Konsequent fuhr sie ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten herunter. Ich könnte nie als Hauptberuf Sport treiben, ohne Berufsausbildung, ohne Studium, mit täglichem Training, täglicher Behandlung durch Physiotherapeuten, mit genauen Trainings- und Essensfahrplänen.

Das würde mich todunglücklich machen. Und so kann Ingrid Mickler-Becker frohen Herzens sagen: Bis heute ist sie damit die jüngste Olympiasiegerin einer Leichtathletik-Einzeldisziplin. Danach machte sie ein Tief durch, kehrte aber in die Weltelite zurück. Im Jahr verbesserte sie bei der Europameisterschaft in Athen den Weltrekord auf 2,02 Meter und holte sich den Titel.

Die Erfolge machten Ulrike Nasse-Meyfarth überaus populär. September stehen, an dem die sechzehnjährige Ulrike Meyfarth sensationell Olympiasiegerin im Hochsprung wurde. Das Gesicht des Teenagers aus Wesseling bei Köln leuchtete ebenfalls, als sie mit der Weltrekordhöhe von 1,92 Meter ihre berühmten Konkurrentinnen übertraf.

Wenige Stunden danach überschattete das Geiseldrama im Olympischen Dorf ihren Triumph, so als wären die Götter neidisch auf sie gewesen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist sie in den Annalen immer noch die jüngste Leichtathletin, die eine olympische Goldmedaille gewonnen hat.

Und noch niemand hat ihr das Kunststück nachgemacht, zwölf Jahre später in Los Angeles zum zweiten Mal Olympiasiegerin zu werden. Nach den Spielen von München begann für sie eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Das macht einen zu einem gereiften Athleten. Zuvor hatte sie sich von ihrem inzwischen verstorbenen ersten Trainer Günter Janietz im Streit getrennt.

Aus heutiger Sicht hätte sie sich damals bei sportlichen Rückschlägen gewünscht, dass er zu ihr sagt: Das ist normal, dass es jetzt mit deinen Leistungen auch mal in den Keller geht. Osenberg war kein Hochsprung-Spezialist. Mein Trainer wusste, wie ich denke. Von an wurde sie fünfmal in Folge deutsche Meisterin. Selbst den Rückschlag des Olympiaboykotts der Moskauer Spiele steckte sie erstaunlich gut weg. Und das alles gelang ihr neben dem Studium an der Deutschen Sporthochschule.

In Los Angeles dann das kaum glaubliche olympische Comeback. Der Wettkampf lief ab wie am Schnürchen, und alles gelang im ersten Versuch. Man muss ein paar Jahre ins Land gehen lassen, um einschätzen zu können, was man da ausgelöst hat. So ein Erlebnis, dass Bewegungsbegabte Schüler laden wir zum Probetraining ein. Sie berichtet mit Freude über die Fortschritte: Sie hat ein Netzwerk ehemaliger Athleten aufgebaut, die ebenfalls helfen sollen, die Tür zu Ausbildungsplätzen zu öffnen.

Athleten will sie nicht selbst trainieren: Denn dann ist man von früh bis spät und oft auch an den Wochenenden unterwegs.

Wenn man Familie hat und einen Mann, der selbständig ist, wird das kompliziert. Gern setzt sie sich für die Belange der Sporthilfe ein, der sie sich als ehemalige Spitzensportlerin zu Dank verpflichtet fühlt. Und das alles ist nur ein kleiner Auszug aus der Liste ihrer Funktionen und Tätigkeiten.

In ihrem privaten Umfeld ist sie Frau Nasse. Den Zusatz Meyfarth hängt sie nur an, wenn sie im Sport unterwegs ist. Die Tochter eines Maschinenbau-Ingenieurs ist in Wesseling, einem von der Petrochemie geprägten Industriestädtchen südlich von Köln, aufgewachsen.

Günter Janietz fiel das Talent des lang aufgeschossenen Mädchens für Hochsprung auf. Bei manchen Wettkämpfen lag nur Sand rum.

Wenn man nicht auf dem Rücken landen wollte, war der Scherenstil angesagt. Und der ist ja auch heute immer noch gut als Vorübung für den Flop. Dort scheiterte sie in der Qualifikation. Ein Gedanke an eine Olympiamedaille in München, geschweige denn an Gold, hätte jeder für abwegig gehalten. Ulrike Meyfarth, Uwe Prieser: Nicht nur die Höhe verändert sich.

Von Olympia zu Olympia. Im Weitsprung errang sie nach sechs Tagen die erste Goldmedaille für die westdeutsche Mannschaft. Bereits hatte sie die Auszeichnung als Sportlerin des Jahres erhalten.

Darüber hinaus engagierte sie sich ehrenamtlich in vielfältigen Projekten, u. Das Gesicht von München Nichts fällt leichter, als den Tag zu bestimmen, an dem Heide Rosendahl damit begann, eine deutsche Sport-Legende zu werden. Es dauerte nicht lange, nur zehn Tage.

Es begann am August , und der Ort war das Olympiastadion in München. Als die Ernte eingefahren war, hatte die 25 Jahre alte Leverkusenerin drei Medaillen gewonnen, davon zwei aus Gold und eine aus Silber. Ihr Bekanntheitsgrad lag bei 97 Prozent, so viel wie bei Volkswagen.

Es hatte sich ergeben, dass die Organisatoren während der ersten fünf Tage in München immer noch mit leeren Händen dastanden. Ironisch titelte eine Boulevard-Zeitung: Schon im ersten Durchgang schaffte sie vor Sie selbst sagte im Rückblick: Da lief Frau Jorgowa zum sechsten und letzten Versuch an, und sie selbst hätte sich nicht mehr wehren können.

Sie hatte ihren Wettkampf ja schon beendet. Überhaupt, ihr Vater hatte drei deutsche Titel im Diskuswerfen gewonnen. Die Leichtathletik lag ihr im Blut. Olympia hatte mich in eine Art Begeisterungstaumel versetzt. Zwei Tage nach ihrem Befreiungsschlag mit dem Olympiasieg begann der Fünfkampf, im dem sie im Jahr davor in Helsinki Europameistern geworden war. Auch den Weitsprung mit 6,66 Meter hatte sie dort gewonnen. Doch sie schleppte auch schon erlittene Erschütterungen mit sich herum.

Aber damals hatte sie sich zehn Minuten vor ihren Start eine Zerrung im linken Oberschenkel zugezogen. Olympiasiegerin wurde die Westfälin Ingrid Becker, während sie selbst enttäuscht auf ihrem achten Platz im Weitsprung 6,40 Meter sitzen blieb.

Sie weigerte sich trotzdem, ihr olympisches Abschneiden eine Tragödie zu nennen. Es gibt Wichtigeres im Leben. Ihre sportliche Karriere stotterte weiter bei den Europameisterschaften in Athen Gerd Osenberg, der ihr Trainer in all den 14 Jahren ihres Sporttreibens war, sagte über sie: Und sie wächst daran.

Ihr vielleicht einziger Nachteil: Sie ist gelegentlich trainingsfaul. Ich fuhr meinen Gegnerinnen hinterher, um ihre Form zu studieren. Um sie kennen zu lernen. Danach setzte er sich in den Fahrstuhl nach oben und stieg in München erst als Olympiasieger aus, bei der Höhe von 2,24 Meter.

Heide Rosendahl blieb in München genau bei dieser Leistung hängen. Leider hatte sie einen Defekt an der Wirbelsäule, ein Erbstück mütterlicherseits, und deshalb blieb ihr der recht leicht erlernbare Flop versagt.

Die abrupte Wende kam am nächsten Tag gleich mit der vierten Übung, dem Weitsprung. Sie eröffnete ihn mit 6,83 Meter. Zwar bei einem zu starken Rückenwind, was sich im Mehrkampf freilich nicht auswirkt. Im zweiten der drei möglichen Versuche ging sie volles Risiko. Und es stellte sich heraus: Es der perfekteste Sprung ihrer Laufbahn.

Aber der deutsche Kampfrichter zeigte nach einem kurzen Zögern die rote Fahne. Ihm hatte der Augenschein genügt. Die Regel billigte ihm diesen Ermessungsspielraum ausdrücklich zu. Hier war er das rotbefrackte Aufsichtsorgan. Er kam, sah und bestätigte die Tatsachenentscheidung. Es war ein Siebenmetersprung. Erst später ging mir auf, was eine andere Entscheidung für mich bedeutet hätte: Der erste Siebenmetersprung der Sport-Geschichte.

Und Goldmedaille im Fünfkampf. Es war ihr persönliches Opfer, das sie der olympischen Heiterkeit bringen musste. Im dritten Durchgang landete sie bei 6,68 Meter. Zum Ausklang stellte sie über Meter mit der Zeit von 22,96 Sekunden einen neuen bundesdeutschen Rekord auf, trotz einem Gegenwind von 0,4 Meter pro Sekunde.

Nach der eingeführten Punktwertung hätte allerdings Heide Rosendahl mit neun Punkten Vorsprung gewonnen. Am nächsten Tag lag plötzlich der Schatten des Todes über den olympischen Stätten.

Nach einem Feuergefecht starben am nächsten Tag bei der Ausreise auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck weitere neun Israelis, ein deutscher Polizeibeamter und sechs Terroristen. Einige Erinnerungen sind erloschen. Die Sprintstaffel, mit ihr als Schlussläuferin. Dann kam die Staffelgeschichte, die sich über das gesamte Jahr aufgebaut hatte. Sonst hätte ich es nicht verkraftet. Sie hätte ihnen gesagt: Die Ostdeutschen vor den Westdeutschen.

Sie hatte gerade zwei neue Weltrekorde aufgestellt, mit 11,07 Sekunden über Meter und 22,40 Sekunden über Meter. Sie war die erfolgreichste Leichtathletin von München.

Dann kam Heide Rosendahl daher, und kündigte in ihrem kleinen Kreis an: Den winzigen Vorsprung baute sie zuletzt sogar noch auf über einen Meter aus.

Stecher erzielte nur 10, Sie war mit 10,16 Sekunden die Schnellste im Feld. Im Schlepp ihrer Glücksbotin wuchsen die bundesdeutschen Leichtathleten mit sechs Goldmedaillen, drei aus Silber und zwei aus Bronze über sich hinaus.

Wenig später hörte sie mit dem Wettkampfsport auf. Das war mir, ehrlich gesagt, zu wenig. Damit es nicht untergeht: Sie holte 43 deutsche Titel und stellte 42 nationale Rekorde und Bestleistungen auf. All dies ist die legendäre Girlande, die sich um ihre grandiosen Münchner Tage schlang.

Gerd Osenberg, Heide Rosendahl: München, Bern, Wien, Joachim Deckarm war Weltmeister, Europapokalsieger und galt als weltbester Handballer, als er am März Opfer eines schrecklichen Sportunfalls wurde. Im Oktober trat Joachim Deckarm erstmals für die Nationalmannschaft an, er kam auf Länderspiele mit Toren. Als die Mediziner schon resigniert hatten und einen hoffnungslosen Pflegefall sahen, kümmerte sich ab der frühere Jugendtrainer Werner Hürter um Deckarm. Er mobilisierte die Lebensgeister und entwickelte spezielle Trainingsprogramme für den früheren Handball-Star, der sich nach und nach die kleinen Dinge des Alltags wieder erarbeitete.

Zwei Leben Von Tag zu Tag werden es weniger, die noch daran glauben können, dass der Handballspieler Joachim Deckarm nach seinem tragischen Unfall am Seine Eltern möchten ihn näher bei sich haben. Aber Hoffnung kann kein Arzt mit auf den Weg in die saarländische Heimat des wohl besten Handballspielers der Welt geben.

Die sportlichen Hoffnungen, die sich mit jedem Talent verbinden, hat Joachim Deckarm zu dieser Zeit schon voll erfüllt: Aber er scheint noch lange nicht am Ende seiner sportlichen Entwicklung. Doch dann wird es im Bruchteil einer Sekunde dunkel um Joachim Deckarm. Nach einem unglücklichen Zusammenprall mit einem Gegenspieler verliert er an jenem Ärzte aus dem Krankenhaus der ungarischen Kleinstadt westlich von Budapest, die den Vorfall bei der Direktübertragung am Fernsehschirm gesehen haben, fahren sofort an den Unglücksort, nehmen einen Luftröhrenschnitt vor und veranlassen den Transport mit einem Krankenwagen in die Universitätsklinik der gut fünfzig Kilometer entfernten Hauptstadt.

Das Bemühen der Gummersbacher um einen Transport mit Hubschrauber scheitert an den Militärbehörden des Ostblockstaats. Niemand vor Ort will an diesem dramatischen Abend daran glauben, dass in der Sein erstes Leben ist zu Ende. Mit seinem schweren Schädelhirntrauma ist er in dieses fürchterliche Niemandsland des Lebens geraten.

Zusammen mit ihrem gesundheitlich angeschlagenen Mann Rudolf hat sie drei weitere Söhne, die ebenfalls Handball spielen. Auch wenn es von Monat zu Monat schwerer wird, bewahren sich die Deckarm-Familie und die engsten Deckarm-Freunde die Hoffnung, dass es noch ein zweites Leben für Joachim geben könnte, auch wenn ringsherum immer weniger Menschen daran glauben mögen. Sie habe einfach gespürt, erzählt die nun 88 Jahre alte Mutter, dass der reglos daliegende Jo sie gehört habe.

Und deshalb habe sie die Hoffnung nie aufgegeben. Die Hoffnung hat nicht getrogen. Aber der Start ins zweite Leben des einstigen Sportidols ist alles andere als ein leichtes Spiel. Joachim Deckarm kann sich kaum bewegen, kann nicht sprechen, ist völlig kraft- und hilflos.

Es braucht nun erneut sehr viel Hoffnung, dass wirklich wieder Leben von dem so schwer geschädigten Hirn in den Körper strömen kann. Die Familie allein — der Vater hat inzwischen einen Herzinfarkt erlitten — kann die notwendige ständige Hilfe für den schwerst behinderten Sohn gar nicht leisten.

Teamgeist ist nun gefragt — wie immer in diesem Mannschaftssport, in dem man besonders eng zusammenhalten muss. Und dieses Team bildet sich in Saarbrücken, wo Joachim Deckarm am Januar geboren wurde und wo sechs Jahre später beim TV Malstatt seine vielseitige sportliche Ausbildung mit Turnen, Leichtathletik und Handball begann.

Es bildet sich auch in Gummersbach, wo der Abiturient und spätere Mathematik- und Sportstudent seit für die beste deutsche Klubmannschaft spielte. Handballspieler überall in Deutschland spielen für Joachim Deckarm. Joachim Deckarm muss praktisch wieder wie ein Hochleistungssportler trainieren, muss zahlreiche und umfangreiche Medikationen über sich ergehen lassen, hat einen genau festgelegten und penibel eingehaltenen Wochenplan für unterschiedlichste Untersuchungen, Behandlungen, Therapiesitzungen, Trainingsstunden.

Mit seinem stets freundlichen und bescheidenen Auftreten hat Joachim Deckarm bereits als Weltstar des Handballs alle in seinem Umfeld, aber auch Millionen Fans für sich einnehmen können.

An seinem Wesen hat der tiefe Einschnitt in sein Leben nichts geändert. Er wäre, nein, er ist es umgekehrt auch. Teamgeist ist das Bindeglied zwischen den beiden Leben des Joachim Deckarm. Auch dies hat ihn bekannt und zu Recht so beliebt gemacht. Teamgeist war es dann auch, der sein Leben nach dem Unfall prägte.

Um den vorbildlichen Mannschaftsspieler hat sich in drei Jahrzehnten ein Team gebildet, das ein Beispiel für Zusammenhalt im Sport wie in der Gesellschaft gibt. Er hätte vermutlich auch als Hochspringer Bestleistung Anfang der Siebzigerjahre: Teamgeist hat er wie kein Zweiter gelebt, und Teamgeist ist es, was ihm nun tagtäglich auch im Haus der Parität in Saarbrücken von seinen Betreuern widerfährt. Wer ihn persönlich erlebt, kann sich seiner ergreifenden Ausstrahlung nicht entziehen.

Schon in seiner aktiven Zeit beim VfL Gummersbach zählte der sechsfache Deutsche Meister zu den renommiertesten Persönlichkeiten des deutschen Handballs.

Aufgrund seiner beispiellosen Erfolge wurde er sechsmal als Handball-Trainer des Jahres ausgezeichnet. Brand blieb auch im Sieg stets bescheiden und engagiert sich seit langem zusammen mit der Deutschen Sporthilfe für den ehemaligen Mitspieler Joachim Deckarm, der seit einem Unfall permanent auf Hilfe angewiesen ist. Handball-Weltmeister als Spieler und Trainer Der Oberberger an sich gilt als knurrig, knorrig und stur.

Attribute, die auch Heiner Brand anhaften. Aber vielleicht sind es gerade diese Wesenszüge, die den Gummersbacher zu einer Lichtgestalt des Handballs machten und diese Sportart in Deutschland zu neuer Blüte führten.

Es gibt nicht wenige, die meinen, seine Gradlinigkeit, die Gabe, sich durch nichts vom Ziel abbringen zu lassen, habe dem Mann mit dem buschigen Schnauzer den rechten Pfad einschlagen lassen. Viele Erfolgsstationen säumen diesen Weg, und noch immer sind sein Ehrgeiz und sein Erfolgshunger nicht gestillt.

Herausragend dabei die beiden Weltmeistertitel. Kein anderer Handballer auf diesem Planeten schaffte das bisher. Und im Jahr als Trainer einer Mannschaft, die mit ihrem natürlichen Auftreten und ihrem beherzten Spiel in Deutschland die Hallen füllte und für tolle Stimmung sorgte.

Seitdem trägt das Leben des Heiner Brand andere Züge. Die Galionsfigur des deutschen Handballs wird nicht nur wegen der markanten Gesichtsbehaarung nun allerorten erkannt. Er ist keiner, der Autogrammjägern aus dem Weg geht oder nicht für einen kurzen Plausch stehen bleibt. Aber er braucht auch Auszeiten. Manchmal wirkt er grimmig und verschlossen.

Aber das wird seinem wahren Charakter nicht gerecht. Er ist vorsichtig, nicht unnahbar, zurückhaltend, aber nie arrogant. Authentizität, Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit sind wichtige Säulen seiner Weltanschauung.

Und oft fanden seine Werte in den Lobreden Erwähnung, die anlässlich der unzähligen Ehrungen nach dem zweiten Gewinn einer Weltmeisterschaft gehalten wurden. Mit der ihm eigenen Bescheidenheit, aber durchaus auch mit ein wenig verdecktem Stolz nahm er alle Auszeichnungen entgegen. Aber inzwischen trägt er auch diese Auszeichnung mit Würde. Mit dieser Stadt und den Menschen dort fühlt sich Heiner Brand tief verwurzelt.

Auch mit ihrer manchmal schroffen Art. Gern erzählt er von einer Begegnung im Postamt der Stadt, als er kurz nach dem Gewinn des Europameistertitels sein Postfach leeren wollte.

Da sprach ihn ein älterer Herr an. Doch sein Gegenüber raunzte nur: Selbst als Heiner längst als hoch dekorierter Bundestrainer agierte, mangelte es nicht an handballerischen Tipps von seinem Vater. In seinem Elternhaus wurden die Grundelemente für seine Erfolgsleiter gelegt. Jede Abfahrt des deutschen Mannschaftsbusses bestimmt nur ein Mann — der Trainer.

Wenn er punktgenau seinen Platz ganz vorne neben dem Fahrer einnimmt, ist dies das Zeichen, dass es losgeht. Kein Besprechungsraum wird verlassen, ohne dass die Stühle wieder ordentlich am Tisch stehen. Da galt es sich zu behaupten. Seine ausgeprägte Kämpfermentalität half ihm dabei weiter. Noch heute beim Golfen kommt es ab und an vor, dass ein eigentlich aussichtslos im Unterholz verschwundener Ball aufgespürt und weitergespielt wird, auch wenn es einfacher und auch mit Blick auf das Ergebnis besser wäre, Erleichterung und einen Strafschlag in Kauf zu nehmen.

Aber das röche irgendwie nach Aufgabe oder zumindest nach Ausflucht — kommt also nicht in Frage. So war er auch als Spieler, der einfache Weg musste es nicht sein. Steinig und mühsam geht es Richtung Erfolg.

Da bekommt man nichts geschenkt. Diese positive Besessenheit lebte er vor und verlangte Gleiches von seinen Mitspielern. So manchem, der nicht so recht mitziehen mochte, machte er dies mit drastischen Worten klar. Andere forderte und förderte er, und viele sind noch heute treue Wegbegleiter. Seit Deckarms tragischem Sportunfall im Jahre kümmert er sich rührig darum, dem Rekonvaleszenten eine zumindest finanziell sorgenfreie Zukunft zu ermöglichen.

Später übernahm er die Versicherungs-Agentur seines Vaters in Gummersbach. Erst jetzt nimmt sich Brand die Zeit, sich mit seinen Enkeln lange und ausgiebig zu beschäftigen. Wenn sie zu Besuch sind, wird das Telefon ausgestellt, gibt es keine anderen Termine. Was immer wieder erstaunt bei Heiner Brand, ist die Akribie, mit der er ein Unternehmen angeht. Keine Entscheidung wird dem Zufall überlassen. Die Wichtigkeit kleinster Details achtend, seine komplette Kompetenz und die Summe gut abgewogener, richtiger Entscheidungen machen den Unterschied aus.

Das sind sicher Geheimnisse seiner Erfolge. Wer geglaubt hatte, der WM-Titel sei für ihn Grund, alles etwas geruhsamer anzugehen, der sah sich getäuscht. Für ihn war es nur ein neuer Ansporn, noch mehr erreichen zu wollen. Und auch nach dem WM-Titel ging es mit Volldampf weiter. Und so schaut Heiner Brand lieber weiter nach vorn auf seinen Weg — gerade, unbeirrbar, zielbewusst — ein Ende indes ist noch lange nicht in Sicht.

Heiner Brand, Frank Schneller: Nach dem Abstieg des Clubs unterschrieb der Abwehrspieler bei Borussia Dortmund , mit denen er unter Ottmar Hitzfeld deutscher Meister wurde. Kurz wurde in dieser Saison allerdings nur vier Mal eingesetzt. Bereits nach kurzer Zeit wurde er dort Spielertrainer und sicherte den Klassenerhalt in der Regionalliga. März zum Hauptverantwortlichen der ersten Mannschaft erklärt. Februar wurde er beurlaubt. Juni war Kurz Cheftrainer beim Zweitligisten 1. Im August verlängerten Kurz und das gesamte Trainerteam ihre laufenden Verträge um ein Jahr bis FC Kaiserslautern den siebten Tabellenplatz, nachdem zu Saisonbeginn die Mannschaft bei vielen Experten als Abstiegskandidat gegolten hatte.

FC Kaiserslautern nur fünf Punkte geholt. Kurz' Vertrag wurde im Oktober bis zum März beurlaubt wurde. April , wurden er und Manager Andreas Müller von ihren Aufgaben entbunden.