Stadt formt Mobilität formt Stadt

 


Von den ohnehin durch vierjährige Kampfhand-lungen geschmälerten landwirtschaftlichen Erträgen sollten sie nun auch noch Steuern an die britische Marionettenregierung abführen. Oder zusätzlich Smallcaps und Faktoren wie Value etc.

Vorindustrielle Zeiten


In allen Fällen handelt es sich um Kinder, die vor Vollendung des ersten Lebensjahres gestorben sind. Von bis stieg die Zahl der Menschen. Dieser Zuwachs war im wesentlichen der Effekt einer sinkenden Sterberate - vor allem der rapide abnehmenden Kindersterblichkeit. Starben um in England und Wales jährlich 33 von Tausend Bürgern des Landes, so betrug die jährliche Sterbequote nur noch Inzwischen ging in Europa aber auch die Geburtenquote stark zurück.

Der Promille-Satz betrug in England und Wales um noch 29,9 Dank dieser niedrigen Geburtenquote pendelte sich die britische Zuwachsrate im Jahrhundert wieder auf den Stand von ein. Um vermehrte sich die britische Bevölkerung bei sehr hohen Sterbe- und Geburtenraten um etwa fünf Promille, heute bei niedrigen Sterbe- und Geburtenraten um sechs Promille. Die Zuwachsrate der europäischen Völker beschrieb also zwischen und dem Jahrhundert einen Kreis oder.

Auf der Insel Ceylon zum Beispiel wurde die bis dahin sehr hohe Sterblichkeitsziffer erst nach dem Zweiten Weltkrieg herabgedrückt. Milliarden von Malaria übertragenden Insekten wurden ausgerottet. Innerhalb eines Jahrres ging daraufhin die Sterbequote von 20,3 Promille auf 14,3 Promille zurück. Zur gleichen Zeit hielt sich die Geburtenziffer der Ceylonesen jedoch auf ungefähr derselben Höhe wie vorher. Die Zahl der Ceylonesen betrug. Angesichts der möglicherweise katastrophalen wirtschaftlichen Auswirkungen dieser rapiden Verdreifachung bietet die Zyklentheorie nur einen schwachen Trost.

Bei den europäischen Völkern dauerte es jeweils bis Jahre, bis sich die Geburtenquote auf die niedrige Sterbequote eingependelt hatte. Sollte es auf Ceylon ebensolange wie in Europa dauern, würde bis dahin ein geradezu astronomischer Bevölkerungszuwachs eingetreten sein.

Indessen gibt es auch Einwendungen, die den allgemeingültigen Wert der Zyklentheorie bezweifeln. Sie laufen im Grunde auf die Frage hinaus, ob der vorwiegend im Europa des Jahrhunderts beobachtete Zyklus nicht ein einmaliges Ereignis ohne beispielhafte Bedeutung gewesen sei.

Die Berechnungen Thompsons und Whelptons haben sich inzwischen als falsch erwiesen. Der Zyklus ist also - zumindest auf amerikanischem Boden - durchbrochen worden. Dieser "Ausbruch" aus dem Zyklus, eine de: Demographie bisher völlig unbekannte Tatsache, wirft ernste Fragen auf.

Eben diese Annahme ist aber das Kernstück der Zyklentheorie. Jahrhundert eine Folge der im gleichen Zeitraum einsetzenden Industrialisierung gewesen sei.

Die moderne Demographie hat diese Theorie vervollständigt. Unter Rationalisierung versteht die Demographie - in Anlehnung an einen von Max Weber geprägten Terminus - alle gesellschaftlichen Tendenzen, die für das Europa und Nordamerika des Jahrhunderts kennzeichnend waren, nämlich. Am Ende dieses Rationalisierungsprozesses lernte der Mensch auch, sich selbst, seine eigene Natur und sein eigenes generatives Verhalten zu berechnen. Er begann die Zahl seiner Kinder nach persönlichen oder sogar nach öffentlichen Bedürfnissen einzurichten.

Dieser Auffassung zufolge ist das Absinken der europäischen Geburtenraten ein Effekt der Rationalisierung gewesen, die mit einer Art "Selbst-Rationalisierung" des Menschen geendet hat. Diese Auffassung besagt allerdings nichts darüber, in welcher Weise der rationalisierte Mensch den Verzicht auf Kinder verwirklicht hat oder verwirklichen soll: Bedeutung hat diese Frage deswegen, weil die katholische Kirche die Verwendung empfängnisverhütender Mittel und den künstlich herbeigeführten Abortus für unzulässig hält.

So erklärte Papst Pius XI. Die katholische Stellungnahme zur Geburtenkontrolle beruht also nicht nur auf dem göttlichen Auftrag im ersten Kapitel der Genesis: Eheleute handeln nicht gegen die natürliche Ordnung, sofern sie von ihrem Recht zur Ausübung der gesunden und natürlichen Vernunft Gebrauch machen, auch dann nicht, wenn aufgrund zeitlicher Umstände Sind die Ehepartner während dieser Zeit enthaltsam, so kommt der Verzicht zumeist der Empfängnisverhütung während des gesamten Zyklus gleich.

Indessen, wie immer die Senkung der europäischen und nordamerikanischen Geburtsraten praktisch bewirkt worden ist, sie ist unverkennbar ein Produkt der Verwissenschaftlichung und Rationalisierung, die das menschliche Leben in Europa und Nordamerika seit etwa bestimmt haben. Aus dieser Tatsache hat die moderne Bevölkerungswissenschaft zwei optimistische Folgerungen abgeleitet:. Der deutsche Nationalökonom Günther Wollny urteilte lapidar: Ausgerechnet das Land, das von allen Ländern der Erde in der Technisierung und Rationalisierung am weitesten fortgeschritten ist, bringt seit nun anderthalb Jahrzehnten eine Kinderzahl hervor, die den Erwartungen der Zyklentheorie widerspricht.

Diese Tatsache hat denn auch die amerikanischen Demographen alarmiert. Hauser von der Universität Chicago: Wenn der Babyboom anhalte, werde es im Jahre nicht - wie bisher angenommen - Millionen, sondern Millionen, und im Jahre eine Milliarde US-Bürger geben. Die Bürger des am meisten rationalisierten Landes der Erde verhalten sich offenbar zur Zeit "irrational", und zwar auch insofern, als die amerikanische Wissenschaft bis heute über die Gründe des anhaltenden Babybooms im Zweifel ist.

Oder wird, um die Geburtenquoten dieser unterentwickelten Länder und vielleicht sogar auch die Amerikas zu senken, nicht doch eine staatliche Steuerung der Geburtenzahlen erforderlich werden? Professor Hausers Erklärung - die amerikanische Geburtenrate von zur Zeit 25 Promille müsse um ein Drittel gesenkt werden - hatte schon durchaus den Beigeschmack einer staatlich gelenkten Geburtenverwaltung.

Ein anderer amerikanischer Wissenschaftler, Professor Cowles von der University of California, machte kürzlich den Vorschlag, amerikanischen Ehefrauen, die freiwillig auf Kinder verzichteten, eine Prämie zu zahlen, ein "nonmaternity benefit", also das Gegenteil der Mutterschaftsprämien, die bis heute in der Sowjet-Union und in Frankreich gezahlt werden.

Dazu kommen aber noch einige andere Überlegungen hinsichtlich der heute noch unterentwickelten Völker, also insbesondere der Völker Südasiens, Afrikas und Südamerikas. Eine weitere, nahezu zwangsläufige Tendenz in Richtung "staatlicher Geburtenlenkung" ergibt sich aus folgender Tatsache: Während in Europa Industrialisierung, Einrichtung öffentlicher Gesundheitsfürsorge, Hebung des Schulwesens und Rationalisierung des generativen Verhaltens beinahe Hand in Hand gingen, ist das in den unterentwickelten Ländern keineswegs der Fall.

Und Wollny schreibt zum gleichen Thema, vor allem die Agrarvölker Asiens seien dadurch in die Urarmut manövriert" worden. Der Bevölkerungszuwachs sei nicht durch eine parallellaufende "Modernisierung der Produktionsfaktoren" aufgefangen worden, sondern von der traditionellen Bedürfnislosigkeit der Asiaten, wobei jedoch in weiten Teilen der Erde die Hungergrenze unterschritten worden sei.

Die vom Seuchentod geretteten Menschen sind sehr oft im späteren Alter dem Hungertod ausgesetzt. Die Rückständigkeit von Industrie und Landwirtschaft hat aber auch noch eine andere Konsequenz, die - auf lange Sicht gesehen - ebenso bedrückend ist wie die Gefahr des Hungertodes. Auch insofern ist also die Einrichtung einer Art von Geburtenverwaltung durch die Staaten, wahrscheinlich sogar durch die Uno, notwendig.

Die Aussicht auf Verwirklichung einer solchen Verwaltung ist jedoch vorläufig gering. Fasse man sie zusammen, so laufe das darauf hinaus, die Geburteneinschränkung zu diskutieren. Dem Antrag des Argentiniers wurde entsprochen.

Etwas scheinheilig fügte sie dieser Erklärung allerdings hinzu, sie sei aber bereit, Geburtenkontroll -Unternehmen zu unterstützen, sofern die Regierungen unterentwickelter Gebiete es wünschten. Immerhin soll im Frühsommer dieses Jahres unter dem Patronat der Uno eine Konferenz in Genf stattfinden, an der 20 Wissenschaftler aus aller Welt teilnehmen werden, um über die Methoden zu beraten, mittels deren Wissenschaft und Technologie der Industrieländer den Entwicklungsländern helfen können. Indien, das im Jahre zwischen und Millionen Menschen, ohne Pakistan aber bereits ,5 Millionen Menschen zählte, begann im Jahre ein Programm zu verwirklichen, das darauf abzielt, die indische Geburtenrate etwa 41 Promille um die Hälfte, auf etwa 20 Promille, zu senken.

In Wirklichkeit unterzogen sich jedoch im Jahre nur etwa 31 indische Männer diesem Eingriff. Tatsächlich ist denn auch die Einstellung der indischen Regierung zur staatlich gelenkten Geburtenbeschränkung keineswegs eindeutig.

Die Frage ist nur, ob die Hebung des Lebensstandards allein eine durchschlagende Wirkung erzielen wird. Die staatliche Geburtenbeschränkungs-Propaganda hat so lange keine Aussicht auf Erfolg, wie die Angesprochenen die Aufklärungsschriften nicht zu lesen vermögen.

Zu den Voraussetzungen einer staatlich gelenkten Geburtenverwaltung gehört also auch ein funktionierendes Schulwesen. Ein weiteres Erfordernis dieser Art ergibt sich aus folgendem Zusammenhang: In den meisten unterentwickelten Ländern wird die Bearbeitung des Bodens heute noch mit Menschenkraft betrieben.

Erst eine durchgreifende Mechanisierung der Landwirtschaft würde diese traditionelle Bejahung des Kinderreichtums ändern können. Das Kaiserreich bietet das einzige erfolgreiche Beispiel einer staatlich geförderten Geburtenbeschränkung.

In öffentlichen Kliniken wird die. Die japanische Geburtenrate fiel in den Jahren bis von 34,3 auf 17,1 Promille. Solche Voraussetzungen - vor allem auch die letzte - fehlten in den Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas, deren Zuwachsraten infolge rapide gesunkener Sterbequoten erheblich gestiegen sind oder bald ansteigen werden.

Der Rest, nämlich 65,5 Prozent, wohnte in den Entwicklungsländern. Im Jahre wird sich das Verhältnis - sofern bis dahin nichts Durchgreifendes zur Begrenzung der Geburten und zur Hebung der Wirtschaft geschehen ist - weiter verschlechtert haben: Dann wird nämlich der Erdbevölkerungsanteil - der Industriestaaten auf 19,4 Prozent gesunken sein. Je länger die Rationalisierung der unterentwickelten Völker verzögert wird, desto schwerer wird sie zu bewältigen sein.

Diese Entwicklung nähert sich einer gefährlichen Grenze, die von Jahr zu Jahr deutlicher wird. In der Zeit zwischen und wuchs die globale Nahrungsmittelproduktion schneller als die Bevölkerungszahl an. Die Menschheit war imstande,. Seit Mitte dieses Jahrhunderts aber wächst die Menschheit schneller als die Nahrungsmittelproduktion.

Sofern die heutige Menschheit alle heute lebenden Menschen ausreichend ernähren wollte, wäre sie gezwungen, die Mittel aufzuessen, die sie eigentlich dafür benötigt, die globale Ernährungswirtschaft auf das in allernächster Zukunft zu erwartende riesige Plus an Menschen vorzubereiten.

Die Aufgabe, bis zum Jahre Nahrung für sechs bis sieben Milliarden Menschen zu produzieren, ist der Entwicklungshilfe gestellt. Der Fischreichtum der Meere ist bis heute wenig genutzt worden. Dies gilt insbesondere für die Teile der Meere, die fern von dichtbesiedelten Küsten gelegen sind. Indes, diese drei Möglichkeiten: Die hohe Technisierung - zum Beispiel in der Landwirtschaft durch Masseneinsatz von Traktoren und Rodungsmaschinen, Bau von Bewässerungsanlagen, Verwendung besseren Saatguts - erfordert.

Von der in Europa vorhandenen nutzbaren Wasserkraft sind heute immerhin bereits 21,6 Prozent, von der afrikanischen Wasserkraft aber nur 0,1 Prozent erschlossen. Die gegenwärtige Weltproduktion beträgt indes nur 0,26 Milliarden Tonnen. Aber die Bereitstellung von Handelsdünger und gutem Saatgut hätte nur dann einen Sinn, wenn es in den Entwicklungsländern auch Bauern gibt, die Lehrschriften lesen können. Allein die Kosten für ein ausreichendes Schulsystem in den Entwicklungsländern hat Professor Baade kürzlich auf Milliarden Mark veranschlagt.

Die Selbstdisziplinierung wird aber nicht nur der Entwicklungshilfe, sondern auch der Geburtenbeschränkung zu dielen haben. Die Uno mahnte , das Wachstum der Erdbevölkerung stelle ein Problem dar, dessen Bedeutung über alle wirtschaftlichen und sozialen Überlegungen weit hinausreiche.

Trotz vieler Herausforderungen ist es Indien seit seiner Gründung gelungen, politisch weitgehend stabil zu bleiben. Heute stehen einer wachsenden und wohlhabenden Mittel- und Oberschicht aber noch immer etwa Millionen Menschen gegenüber, die mit weniger als umgerechnet 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen müssen.

Indien ist dadurch nach wie vor das Land mit den meisten Armen. Der Druck auf die natürlichen Ressourcen in Indien ist sehr stark. Die Bevölkerungsdichte ist hoch und wird weiter steigen. Zusammen genommen sind über die Hälfte der Landfläche von Desertifikation 25 Prozent oder Degradierung 32 Prozent betroffen. Über 40 Prozent der Wälder sind geschädigt. Der Grundwasserspiegel sinkt dramatisch. Indien nimmt eine Schlüsselposition bei der Lösung weltweiter Probleme ein, zum Beispiel beim Klimaschutz und bei der Erreichung der globalen Entwicklungsziele der Agenda Das Land zählt deshalb zu den sogenannten globalen Entwicklungspartnern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Indien gehört zu den Kooperationsländern, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge entwicklungspolitisch eng zusammenarbeitet. Schwerpunkte sind die Bereiche erneuerbare Energien und Energieeffizienz, nachhaltige Stadtentwicklung sowie Umwelt- und Ressourcenschutz. In allen Schwerpunkten machen Vorhaben zur Förderung des Klimaschutzes einen wesentlichen Anteil der Zusammenarbeit aus.

Diese werden fast vollständig in Form von günstigen Krediten zur Verfügung gestellt, die Indien langfristig zurückzahlt. Direkt zum Hauptmenü springen Direkt zum Hauptinhalt springen. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zur Startseite Marshallplan mit Afrika.